Hans Obkircher, geboren 1939 in Völser Aicha, erhielt  schon als 7 Jähriger Klavierunterricht vom Ortspfarrer, mit 11 Jahren war er bereits Dorforganist.

Er studierte am Bozner Konservatorium und erhielt 1961 das Abschlussdiplom in Klarinette. Sein Studium ergänzte er am Mozarteum in Salzburg im Seminar für Musikerziehung. Zum Dirigenten wurde er von Professor Hans Swarowsky ausgebildet.

Hans Obkircher gründete im Jahr 1963 das Orchester der Musikfreunde Meran mit der Absicht, Laienmusikern das Mitwirken in einem Orchester zu ermöglichen. Es ist bis heute das einzige Laienorchester in Südtirol. 36 Jahre war er dessen musikalischer Leiter. Die Zielsetzung des Orchesters ist nach wie vor die Pflege wertvoller Musikgüter, die Förderung Tiroler Komponisten, die Einbeziehung Südtiroler Chöre und junger aufstrebender Instrumental- und Vokalsolisten.

Nahezu 10 Sommer lang leitete er die Orchesterwochen auf der Fürstenburg in Burgeis mit bis zu 80 Teilnehmern. Neben seinen vielfältigen Tätigkeien war er Juror bei zahlreichen Wettbewerben und ist bis heute als  Komponist und Arrangeur für die verschiedensten Besetzungen und Stilrichtungen, hauptsächlich aber für Holzbläser tätig.

Hans Obkircher ist einer der Gründer der Musikschulen des Landes, von 1981 bis zu seiner Pensionierung wirkte er als Inspektor am Institut für Musikerziehung. Bei der Kapellmeisterausbildung des Verbandes Südtiroler Musikkapellen war er mehrjähriger Referent. Viele Jahre lang leitete er die Fortbildung von Kapellmeistern in der Emilia Romagna. In Südtirol war Hans Obkircher Kapellmeister der Musikapellen Völser-Aicha, Obermais, Untermais und der Bürgerkapelle Lana.

 

 

Die Obfrau der Musikfreunde Meran, Angelika Holzner, würdigt das Verdienst Hans Obkirchers

 

 

 

Ein Leben für die Musik: Hans Obkircher zum Gedenken

 

  • 28.11.1939 - + 13.02.2021

 

Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich in Windeseile im ganzen Land und darüber hinaus, und löste Betroffenheit und Trauer aus.

Sein Freund und Weggefährte Adi Knoll verstarb nur wenige Stunden nach ihm. Mit ihnen sind zwei Menschen von uns gegangen, die Südtiroler Musikgeschichte geschrieben haben. Wie wenige andere prägten sie, auch mit zahllosen ehrenamtlichen Stunden, über viele Jahrzehnte das musikalische Leben unserer Heimat.

 

Bereits als 7jähriger erhielt Hans Obkircher ersten Klavierunterricht vom Ortspfarrer, mit 11 Jahren war er Dorforganist in Völser Aicha.

Er studierte am Bozner Konservatorium und erhielt 1961 das Abschlussdiplom in Klarinette. Sein Studium ergänzte er am Mozarteum in Salzburg. Zum Dirigenten wurde er von Professor Hans Swarowsky ausgebildet.

Das erste Taschengeld verdiente sich Hans als Klavierspieler in Hotels, sowie mit den „Lustigen Südtirolern“ auf Tanzveranstaltungen.

 

Hans Obkircher war ein Mann der ersten Stunde in vielen Belangen:

Im Jahre 1963 gründete er zusammen mit Adi Knoll und weiteren Freunden das Orchester der Musikfreunde Meran aus der Idee, Laienmusikern, vornehmlich Streichern, die Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren zu ermöglichen. Sein Konzept der Programmgestaltung war dabei geschickt abgestimmt auf die technischen Möglichkeiten eines Amateurorchesters. Im Vordergrund standen wenig beachtete Werke der Musikkultur, die Förderung Tiroler Komponisten, sowie die Einbeziehung Südtiroler Chöre und junger aufstrebender Instrumental- und Vocalsolisten.

 

1967 gründete er die Musikschule in Meran, an der er bis zu seiner Pensionierung 30 Jahre als Lehrer und Direktor wirkte.

16 Jahre stand er dem Institut für Musikerziehung als Inspektor vor.

 

Im Jahr 1980 hat er die Orchester - Schulungswochen auf der Fürstenburg in Burgeis ins Leben gerufen und 12mal, oft mit bis zu 80 Teilnehmern, mit vollem Einsatz geleitet. Und wohl auch ebenso oft ist er mit heiserer Stimme heimgekehrt.

 

Hans Obkircher war Juror bei zahlreichen Blasmusikwettbewerben und mehrjähriger Referent bei der Kapellmeisterausbildung des Verbandes Südtiroler Musikkapellen Viele Jahre lang leitete er die Fortbildung von Kapellmeistern in der Emilia Romagna. In Südtirol war er Kapellmeister der Musikkapellen Völser Aicha, Obermais, Untermais und der Bürgerkapelle Lana.

 

Unzählige Male sprang er ein, wenn Not am Manne war: als Klarinettist, Organist, Chorleiter (unter anderem 4 Jahre MGV Meran) und Kapellmeister. In der restlichen Zeit betätigte er sich als Komponist und Arrangeur für verschiedenste Besetzungen und Stilrichtungen, sorgsam handgeschrieben mit der Füllfeder, erst mit 60 Jahren stieg er auf Computer um. In seinen letzten Jahren widmete er sich besonders der Kirchenmusik, indem er die Lieder des neuen katholischen Gebet-und Gesangbuches „Gotteslob“ für Blasmusik einrichtete.

 

Hans Obkircher, der Dirigent: respektiert, bewundert, geschätzt, verehrt und gefürchtet. Ein Herrscher mit Taktstock, kraftvoller Einsatz in Mimik und Gestik, ausladende Gesten bei dynamischen Steigerungen, minimale Bewegungen bei Pianissimo. Er sparte nicht mit bildlichen Vergleichen: Als „Hirnschnecken“ wurden die Streicher betitelt, wenn sie seinem Tempo nicht folgten. Klang das Gespielte schlecht, war der Kommentar: „Heute spielt´s wieder wie auf Pergldraht“, klang es sehr schlecht, dann: „….wie auf rostigem Pergldraht“. Die unsauber spielenden Klarinettisten bekamen zu hören, dass ein Gartenschlauch noch besser klingen würde.

Hans Obkircher, der Gesellschaftsmensch: Oft tauschte er nach der Probe seinen Taktstock gegen Bier, Zigaretten und Wattkarten ein, erzählte nahezu unerschöpflich Anekdoten aus dem Musikleben.

 

Die Lücke, die er hinterlässt, ist nur schwer zu schließen, aber sein Wirken hat tiefe Spuren hinterlassen, die es zu pflegen gilt und die uns Orientierung für die Zukunft geben werden.

Um Hans Obkircher trauern seine Frau Linde, die Kinder Susanne und Rupert, die Schwiegerkinder und seine 3 Geschwister. Tochter Susanne ist in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und unterrichtet an der Musikschule Meran. Auch die fünf Enkelkinder Laurin, Lukas, Isabella, Felix und Simon vermissen ihren Opa sehr.

 

Alle, die Hans kannten, werden ihn stets in dankbarer Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Angelika Holzner, Orchester der Musikfreunde Meran

 


 

Rai Südtirol: Radiosendung im Gedenken an Hans Obkircher am Ostersonntag, 4.4.2021


 

 

Todesanzeige in den Dolomiten

 

Todesanzeigen in den Dolomiten

 

 

Abschied 1

Abschied 2

Abschied 3