Stadttheater, Meran

 

Konzert Meran 2008

 

Unser Konzert beginnt mit einem Werk, in dem ein Instrument zur Geltung kommt, das im allgemeinen Verständnis eher nur als Kinderinstrument zum Einstieg ins Musizieren gilt: die Blockflöte. Es gibt aber umfangreiche konzertante Literatur für die Blockflöte. Auch der große Meister Bach hat sie geschätzt, sonst hätte er sie wohl nicht für das Konzert gewählt, das wir nun zur Aufführung bringen.

Der Markgraf von Brandenburg, dem Bach diese Gruppe von Konzerten widmete, „untertänigst und mit der Bitte, er wolle über die Unvollkommenheit der Konzerte nicht richten, sondern vielmehr einiges Pläsier an den geringen Talenten finden, die der Himmel ihm, Bach, in der Musik geschenkt habe“, dieser Markgraf hatte offensichtlich kein Ohr für die Schönheit, den Ideenreichtum und die Eigenart der Kompositionen. Im Musikkatalog der markgräflichen Bibliothek ist Bachs Name nicht einmal erwähnt.

Das Brandenburgische Konzert Nr. 4 stellt wie das 2. und 5. eine kleine Gruppe von Soloinstrumenten einem Streichorchester gegenüber. Es ist ein friedlicher Wettstreit zwischen den konzertierenden Instrumenten und den Gruppenspielern. Die drei hohen Soloinstrumente –zwei Blockflöten und Violine- geben dem Werk einen beschwingten Charakter, der auch im nachdenklichen 2. Satz und in der anmutigen, dabei kraftvollen Fuge des letzten Satzes beibehalten wird 

 

Julia Perkmann studierte Musikerziehung und Blockflöte bei Hans Maria Kneihs an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Sie unterrichtet Musikerziehung an der Musikschule und leitet mehrere Chöre. Julia ist Mitglied unseres Orchesters und spielt dort bei den Bratschen.

 

Den Solopart der Violine hat unsere Konzertmeisterin Frau Alena Savina Veith übernommen. Lena Veith stammt aus Weißrussland, studierte Violine an der Musikakademie in Minsk und hat als Mitglied von großen russischen und europäischen  Orchestern internationale Erfahrung gesammelt. Lena Veith lebt seit einigen Jahren in Meran.

 

 

Unser zweites Werk, das Konzert für Flöte und Orchester Nr. 2 in D-Dur von W.A. Mozart ist eine Bearbeitung des Oboenkonzertes in C-Dur KV 314.

 

Der holländische Amateur-Flötist Ferdinand de Jean hatte Mozart beauftragt, mehrer Flötenwerke zu schreiben. Mozart erfüllt den Auftrag nicht zur Gänze. Zur Rechtfertigung schrieb er seinem Vater „dann bin ich, wie Sie wissen, immer gleich stuff, wenn ich immer für ein Instrument schreiben soll, das ich nicht leiden kann!“.

 

Im vorliegenden Werk ist von dieser bekannten Abneigung Mozarts gar nichts zu spüren. Die Orchestrierung ist leicht und transparent, wodurch der Solist hervorgehoben wird und die rhythmischen Figuren stärker zum Ausdruck kommen. Charakteristisch für diese Schaffensperiode ist das häufige Triospiel des Soloinstruments mit erster und zweiter Geige. Der zweite Satz ist von sehr elegischem Charakter. Der überschwängliche dritte Satz, das Rondo, steht im allabreve-Takt, mit einem springenden und zackigen Thema.

 

Unsere junge Solistin Agnes Mayr stammt aus Bozen. Sie hat im Sommer 2008 das Diplomstudium  in Flöte am Konservatorium Bozen bei Prof. Riccardo Lippi und Giulio Giannelli Viscardi abgeschlossen. Seit Oktober 2008 studiert Angnes Mayr an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Michael Martin Kofler. A.M. ist Mitglied der Musikkapelle Zwölfmalgreien und des Südtiroler Jugendblasorchesters sowie der Sy mphonic winds.

 

Nach diesen beiden Werken wird es eine kurze Pause geben.

 

Das Orchester der Musikfreunde Meran mit unserem Dirigenten Josef Egger wünscht Ihnen einen erbaulichen und vergnüglichen Konzertabend.

 

 

Liebe Freunde der Musik,

 

der 2. Teil unseres Konzertes ist zwei humorvollen und vergnüglichen Werken von Joseph Haydn gewidmet, die uns bereits beim Einstudieren viel Spaß bereitet haben.

 

Haydn schrieb die Sinfonie Nr. 6„Der Morgen“ zusammen mit den Nummern 7 (Der Mittag) und 8 (Der Abend). Es ist der einzige zusammenhängende Zyklus innerhalb seiner Sinfonien und wurde als „Die Tageszeiten“ bekannt. Die Sinfonie enthält zahlreiche Soli für verschiedenste Instrumente. Flöte, Geige, Fagott und Cello treten hervor; die Hörner bringen sich solistisch ein, sogar die Bassgeige, der Violone, darf solistisch auftreten und konkurriert selbstbewusst mit dem Fagott.

Haydn wollte wahrscheinlich in seiner Funktion als neuer Kapellmeister der Familie Esterhazy seine neuen Musikerkollegen mit den vielen Möglichkeiten, ihr technisches Können unter Beweis zu stellen, für sich einnehmen und gleichzeitig dem Fürsten eine Kostprobe seiner Kreativität bieten.

 

Den Part der solovioline übernimmt wiederum unsere Konzertmeisterin lena Veith.

 

Passend zur späten Stunde wollen wir mit einem Notturno unser Konzert abschließen.

 

Im Jahre 1786 lieferte Haydn an Ferdinand IV., König von Neapel und beider Sizilien eine Reihe von Konzerten für zwei „Lire organizzate“ und kleines orchester. Die Lira organizzata war eine Art Leierkasten, das Lieblingsinstrument der einfachen Leute von neapel.

Der Erfolg dieser Stücke scheint einen weiteren Auftrag für Haydn nach sich gezogen zu haben, diesmal für eine Reihe von Notturni für zwei Liren, zwei Klarinetten, 2 Hörner, zwei Violen und Bass..

Diese Notturni hat Haydn später mit großem Erfolg in England aufgeführt, wobei er wie in unserem Fall die zwei Liren mit Flöte und Oboe und die Klarinettenstimmen mit Violinen besetzte.

 

Es handelt sich um sehr vergnügliche und abwechslungsreiche Musik, wo alle Register des Orchesters in einem freudigen Disput gut zur Geltung kommen.

 

Wir glauben, diese Notturno eignet sich sehr gut für den Abschluss des Konzertes, um Sie vergnügt und fröhlich nach Hause zu begleiten.

 


Dirigent


Musiker

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Holzner Alexander

Kontrabass

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Kofler Johannes

Violoncello

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Pedoth Markus

Violine I

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Alber Karin

Querflöte

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Holzner Angelika

Violine II

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Florian Karla

Violoncello

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Götsch Ulla

Violine II

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Hasler Josef

Kontrabass

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Holzner Lisa

Violine I

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Kiem Maria

Violoncello

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Paolacci Marvi

Violine II

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Pircher Bärbel

Violine II

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Ploner Michael

Violoncello

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Spanel Gerhard

Violine II

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Stuppner Harald

Violine I


Solisten

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Mayr Agnes

Querflöte

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Savina Alena

Violine I

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Perkmann Julia

Blockflöte


Sponsoren

Raiffeisenkasse Algund

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Stadtgemeinde Meran

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Autonome Provinz Bozen Kulturabteilung

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